Bali ~ Angekommen

Hallo Du : )

Ich freu mich sehr Teile meiner Reise mit Dir zu teilen! Ich bin hier, das innere und äußere Abenteuer ist im vollen Gange.

 … letzter Abend in Berlin.

… letzter Abend in Berlin.

Es ist das Ende meines zweiten - eigentlich ersten - vollen Tages hier.

Ich hatte einen ziemlich angenehmen Flug, hab nette Menschen getroffen und hab auf der Fahrt vom Flughafen von dem Fahrer, sehr viel Interessantes über Bali erfahren.

Ich wurde von sehr engen Freund/innen in Empfang genommen. Das war gestern und kommt mir vor, wie vor Jahren! Wir fuhren in ein schönes Cafe zum essen und danach einen Scooter für mich ausleihen.

Ich dachte schon im Cafe, dass ich eigentlich zu dünnhäutig und gejetlegt bin, als dass ich jetzt gleich auf einen Scooter springen kann und auf der linken Seite fahren.

Ich war so berührt über die Schönheit dieser Erde.jpg

Es ging alles sehr gut, bis kurz vorm Haus. Da bog ich in eine enge Straße ab und es kam jemand entgegen und ich schrabbte an die Wand und vor lauter Überraschung hab ich dann mehr Gas gegeben, als weniger und bin noch mehr geschrabbt und hab an verschiedenen Stellen Haut verletzt. Ich war geschockt (auch vom Verlust von Kontrolle, bzw. dass ich nicht wusste, wie ich stoppen konnte - sehr symbolisch) und nahm mir Zeit einfach zu stehen. Ich weiß ja, wie wichtig es ist, mit der Reaktion des Nervensystems zu sein und nicht zu unterdrücken, was da kommt.

Eine balinesische Frau fragte, ob alles ok ist und holte dann ihren Mann. Der fuhr mich zu unserem Haus. Dann legte ich mich auf die Erde um alle Reaktionen durch zu lassen. Und die Wunden fingen an weh zu tun.

Was ich buchstäblich hörte war: Mach langsam. Slow down. Wirklich.

 Gerade angekommen.

Gerade angekommen.

Meine rechte Hand ist geprellt (keine Ahnung wie das kam) - heute morgen habe ich mir diese Hand dann am Wasserkessel verbrannt und es war dann ganz klar: Susanne, beweg Dich einfach mal nicht groß herum und mach keine Pläne. Und so habe ich den ganzen Tag rund ums Haus verbracht, geruht, gelesen, dann kamen Gäste und wir haben zu 5 eine kleine Meditations- und Austauschrunde gemacht ...

Die Wunden heilen.
Ich bin fasziniert, wie das Heilen aussieht und dass das so funktioniert!
Ich verlangsame.

Eine Lehre: wie ich - da es gerade keine größeren Ziele gibt - mehr und mehr von Moment zu Moment lebe. Selbst die Ziele nächste Woche in den Dschungel zu fahren, oder im Dezember in Australien zu sein ... alles beginnt zu zerfließen. Total ungewohnt. Wer weiß schon genau, was sein wird?

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Und was noch ungewohnt ist: dass ich einfach ruhen und verletzt sein kann, und es darf so lange dauern, wie es dauert, da ich keine Sessions dafür absagen brauche.

Zwei Tage später.

Es ist (inklusive der Heilungsreise) wunderschön hier - eine Art der Schönheit, die auch herausfordernd ist. Es ist eine Mischung aus: ich fühle mich willkommen von der Insel und den Menschen hier UND es ist herausfordernd. Ich kann noch nicht genau sagen, was es ist. Der insgesamte Wechsel, das Klima, die Andersartigkeit, die Verletzlichkeit, die ich spüre. Mein Verdacht (und auch was viele andere Menschen über Bali berichten) geht dahin, dass es nicht wirklich möglich ist hier gegen die äußere und innere Natur zu gehen. Zumindest, wenn ich mit Offenheit hier bin. Und das bedeutet, dass der ganze Planungsmodus, in dem ich in meinem Leben doch sehr gewohnt bin zu sein nicht funktioniert. Ich möchte nicht zu viel rein interpretieren, denn im großen ganzen ist es das, was es ist.

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Und genau das ist es - habe ich die Ahnung tief in meinem Herzen - was ich unter anderem hier bin immer wieder zu erinnern. Mit und in dem zu sein, was gerade ist. Hier. Zu sein, was gerade ist.

***

Gestern waren wir bei diesem Wasserfall und ich hab mich wie in einer großen Umarmung gefühlt, aber auch sehr roh. Eine Umarmung, in der ich noch selbst verantwortlich bin. Auch das kann ich nicht komplett beschreiben. Inmitten dieser Wasserströme und der Lautstärke, konnte ich noch einmal mit dem Wasser mitweinen. Ein Loslassen und eine Traurigkeit, die keine wirkliche Geschichte hatten. Nur eine Ahnung von der Kostbarkeit des Lebens und wie schnell es vorbei sein kann.

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***

Morgen fahren wir für ein paar Tage in den Dschungel: offline und vielleicht fastend und schweigend. Mal sehen. Wie gesagt ... das mit dem Planen ist hier so eine Sache : )

Ganz viele liebe Grüße von hier!

Susanne

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